IOT Upcycling,  Just Sound

Max2Play Multiroom System im Mende Radio von 1940

Schon immer und ewig wollte ich, Jörg Baltschun, ein altes Dampfradio haben. Mit 21 Jahren habe ich einmal eines restauriert. Ein Problem ist, dass die Dinger im Grunde nichts können, was man heutzutage braucht oder erwartet.
“Das geht auch anders!”, dachte ich mir.

 

Als ich das Gehäuse sah, war mir direkt klar: “Da passt exakt ein LCD Touchdisplay rein!”
Und so begann die Suche nach dem richtigen System hinter dem Display. Nur ein wenig Musik abspielen war mir schlicht zu wenig. Ich habe mir Max2Play, Volumio und Run Audio angesehen. Letzteres fiel direkt heraus, weil es viel zu umständlich ist und irgendwie auch nicht so richtig anlief. Volumino war mir zu nerdig: man kann zwar alles einstellen, es ist aber nicht besonders sexy.
Also habe die Leute von Max2Play angerufen und mich über ein Stunde beraten lassen. Die Firma sitzt in Leipzig, was für mich viel angenehmer ist, als : “So, Joe you just need to import the settings from an TFTP server and adjust via console in the opt directory where application should be installed if you did all right in point 4“.
Max2Play kommt mit fertigen Images, einfach munter auf die SD Karte gespielt (dafür gibt es jede Menge toller Anleitungen, ich nehme meist etcher), dann die Karte in den Raspi und los geht’s. Besonders cool fand ich, dass M2P direkt auch den 7″-Touchscreen unterstützt.
Wir haben hier ein einfaches Motto bei MoRobo : Größer ist größer!

Nun wurde es langsam spannend. Auf dem Labortisch läuft das System schon mal grob durch. Das reicht. Jetzt geht es an die Säge. Das Gehäuse kam ja schon leer hier an.

Nachdem die Platte für die Technik in das Gehäuse angepasst wurde, folgte als erstes der Ausschnitt für das Display. Sodann folgt der grobe Testlauf von Max2Play, um festzustellen, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Und dann kommen natürlich noch die Aussparungen für die Lautsprecher.

Das gefiel mir doch sehr, und im Groben war das ganze System auch schon lauffähig.

Nun begannen die Innen-Arbeiten:

Diese alten Radios sind nach unten offen. Das ist ziemlich oft so,
weil die Technik früher auf einem Aluminiumträger saß, der das Radio nach unten abschloss. Dies gab es hier nicht mehr. Außerdem benötigte das Radio noch einen sexy Einschalter, der selbstredend beleuchtet sein muss.

Das Bügeleisen drückt auf das Holz, damit der Leim ordentlich anzieht.
Hier ist nur Massivholz bzw. verleimte Platte verarbeitet (ich mag keine Spanplatten!).
Im mittleren Bild sieht man den Hifiberry AMP2, der genug Dampf für die 87mm Clarion-Lautsprecher liefert. Mensch will ja auch was hören.

Im Inneren sind wir soweit durch; jetzt kommt Bespannstoff und Außenaufbereitung

Das Radio wurde ordentlich mit Schmierseife gereinigt. Da die Technik soweit funktioniert wurde es wirklich Zeit, das Gehäuse wieder fit zu bekommen. Starke Kratzer habe ich mit farbigem Wachs behandelt und am Ende das Ganze mit einer sehr dünnen Schicht Schellack versiegelt. Es sieht nicht aus wie neu, aber das soll es ja auch nicht.
In der Zwischenzeit bekommt die Trägerplatte ihren Bespannstoff. Dann wird die Platte eingepasst und das Netzteil gesetzt.

Hier nun das fertige Radio… äääh… der Multiroomserver mit externem USB-Anschluss zum Handy-laden oder, um einen Stick mit Musik, Videos etc. einzulesen.

Dem aufmerksamen Beobachter ist es nicht entgangen, dass ich inzwischen noch einen Lautstärkeregler eingebaut habe. Somit sind alle Öffnungen sinnvoll genutzt und man kann das Gerät auch nur so für sich betreiben oder im Vorbeigehen laut und leiser stellen.

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